Umgang mit Genuss- und Suchtmittelkonsum

  • Wie geht ihr mit solchen Situationen um?
    • In einem Lagerteam herrscht Uneinigkeit, ob nach Programmende von Leiter/innen Alkohol konsumiert werden darf oder nicht.
    • In einem Teilnehmerzimmer riecht es intensiv nach Rauch.

Der Cevi Schweiz hat eine Broschüre mit praktischen Hilfestellungen für den Umgang mit Genuss- und Suchtmittelkonsum entwickelt. Die folgenden drei Punkte (Grundlagen, Haltung und Empfehlungen) sind sehr hilfreich und aus dieser Broschüre entnommen. Die Broschüre findest du in der rechten Spalte und weitere Informationen sind in diesem Dokument enthalten. 

  •  Grundlagen
    • Grundlage jedes Angebots des Cevi ist das Leitbild des Cevi Schweiz.
    • Es gibt Schutz und Risikofaktoren betreffend Suchtpotential.
    • Suchtpotential ist bei jedem Menschen vorhanden.
    • Lebensgeschichte und -umstände beeinflussen das Suchtpotential und sind die Basis für Schutz- und Risikofaktoren.
    • Jeder Mensch ist in eine Vielzahl von Spannungsfeldern gestellt.
    • Seine Vorstellungen von einem erfüllten Leben stehen oft in hartem Widerspruch zur erlebten Wirklichkeit. Einerseits sind in unserem Leben unausweichliche Grenzen gesetzt, andererseits schränken unveränderbare Umstände unser Leben ein.
  •  Haltung:
    • Ein Vorbild ist ein Mensch, der seine Fehler erkennt, sie sich und anderen eingesteht und daraus lernt.
    • In unserem Zusammenhang bedeutet dies, dass ich vorlebe, wie ich geniesse, aber auch wie ich bewusst verzichte, und dass ich darüber spreche.
    • Verantwortung gegenüber meinen Teilnehmenden und Mitarbeitenden nehme ich wahr.
    • Auftretende Probleme spreche ich offen an. Es gibt Gruppenstrukturen und -dynamiken, die zu Sucht verleiten. Diese versuche ich zu durchbrechen. Ich kann nicht voraussetzen, dass Kinder und Jugendliche die Folgen von Genuss- und Suchtmittelkonsum abschätzen können.
    • Bei Schwierigkeiten unterscheide ich zwischen der Person und ihrem Verhalten. Ich bringe der Person Wertschätzung entgegen, auch wenn ich ihr Handeln kritisiere. Ich stärke ihre Eigenverantwortung.
    • Verantwortung gegenüber mir selber wahrnehmen heisst, meine eigenen Grenzen zu kennen und zu akzeptieren.
    • Durch eine selbstkritische Haltung suche ich den sinnvollen Umgang mit Genussmitteln
    • In der Auseinandersetzung mit suchtkranken Menschen respektiere ich meine zeitlichen und fachlichen Grenzen und suche externe Hilfe, beispielsweise beim Cevi Region Bern.
  •  Empfehlungen:
    • Mit der Umsetzung dieser Haltung an deinem Anlass unterstützt du die Anliegen des Cevi. Du hilfst mit, dass deine Mitarbeiter/innen und der Verband zu Recht ein hohes Ansehen in der Bevölkerung geniessen.
    • Ein unüberlegter Umgang mit Genuss- und Suchtmitteln an deinem Anlass kann dich in juristisch und versicherungstechnisch schwierige Situationen bringen.
    • Deshalb empfehlen wir:
    • Lass dich nicht davon abhalten, deine Teilnehmenden oder Mitarbeitenden auf ihr Suchtverhalten anzusprechen. Zeige ihnen die Konsequenzen ihres Tuns auf, auch wenn du dadurch unter Druck geraten solltest.
    • Sprich während den Vorbereitungen im Team über diese Verbandshaltung und legt Regeln fest, die du auch bereit bist, durchzusetzen.
    • Informiere die Eltern und die Teilnehmenden vor oder zu Beginn des Anlasses über eure Regeln.
    • Respektiere die gesetzlichen Rahmenbedingungen.
    • Kläre vor dem Anlass ab, welche externe Beratungsperson du in schwierigen Situationen beiziehen kannst.
    • Schaffe Erfahrungsmöglichkeiten für den Verzicht auf Suchtmittelkonsum.
    • Schaffe Voraussetzungen, um den Umgang mit Genussmitteln einzuüben.
Himmelblau AG